Was ist die Dinkelsbühler Petition?

Unse­re Kon­takt­stel­le schaut bekannt­lich ab und zu über den Tel­ler­rand.  Auf­grund guter Kon­tak­te zu IgB-Mit­glie­dern im mit­tel­frän­ki­schen Din­kels­bühl haben wir beschlos­sen, eine Online-Peti­ti­on zur Unter­stüt­zung eines wich­ti­gen Anlie­gens auf den Weg zu brin­gen: Kein Out­let in Din­kels­bühls Alt­stadt!

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Mar­ke­ting-Wort­hül­sen

Schaut man sich den Inter­net­auf­tritt des Unter­neh­mens (haslinger-immobilien.de) an, das das Pro­jekt vor­an­treibt, so trifft man auf bekann­te Mar­ke­ting-Wort­hül­sen.

Das „Bera­tungs­un­ter­neh­men für Han­dels­im­mo­bi­li­en, wel­ches sich vor­wie­gend auf die stra­te­gi­sche und ope­ra­ti­ve Bera­tung und Ver­mie­tung für Desi­gner Out­lets und Fac­to­ry Out­lets in Euro­pa kon­zen­triert“, glänzt damit, „indi­vi­du­el­le Lösun­gen zu erar­bei­ten, die je nach Bedürf­nis für Pro­jekt­ent­wick­ler, Inves­to­ren, Eigen­tü­mer und Retailer zuge­schnit­ten sind“.  Wow!

Dass dabei die Men­schen mit kei­nem Wort erwähnt wer­den, die in den betrof­fe­nen Städ­ten leben, ver­steht sich von selbst — denn die sind schliess­lich nicht Auf­trag­ge­ber.  Das Wohl der „Inves­to­ren“ ist wich­tig.

Die Geschich­te dazu ist rela­tiv ein­fach.  In Din­kels­bühl wol­len ein paar „Inves­to­ren“ soge­nann­te Mar­ken­ge­schäf­te in der his­to­ri­schen Alt­stadt ansie­deln. Das soll nun nicht peu à peu gesche­hen, son­dern ein Unter­neh­men mit der selbst­er­klä­ren­den Bezeich­nung „Retail Real Esta­te Con­sul­ting“ (sie­he Kas­ten) soll die Läden gleich dut­zend­wei­se nach Din­kels­bühl brin­gen.

Dabei wird die his­to­ri­sche Alt­stadt Scha­den neh­men: Die Anfor­de­run­gen der Unter­neh­men in Sachen Laden­grös­se wer­den zu Ein­grif­fen in die Bau­sub­stanz füh­ren.  Eben­so wird der Lie­fer­be­trieb eine leis­tungs­fä­hi­ge­re Infra­struk­tur in der Alst­stadt benö­ti­gen — ganz abge­se­hen davon, dass Lie­fer­zei­ten früh mor­gens und spät abends die Ruhe der Anwoh­ne­rIn­nen stö­ren wird. Dass loka­le Geschäf­te lei­den wer­den und es zu Schlies­sun­gen kom­men wird, das dürf­te unstrit­tig sein — auch wenn es nie­mand auf Sei­ten der Out­let-Befür­wor­ter zuge­ben wird.

Kurz­um: Die Stadt wird eine ande­re wer­den, geprägt vom Gewinn­stre­ben aus­wär­ti­ger Unter­neh­men und durch aus­wär­ti­ge „Shop­per“.  Din­kels­bühl wird zu einem aus­tausch­ba­ren Treff­punkt der Geschäfts­in­ter­es­sen von „Inves­to­ren“ und Kon­su­men­ten wer­den.

Dinkelsbühl hat einen Schatz!

Dabei hat Din­kels­bühl ein Pfund:  Die his­to­ri­sche Alt­stadt zieht bereits heu­te pro Jahr bis zu einer Mil­li­on Gäs­te in die Stadt, wenn man den Aus­sa­gen von Bür­ger­meis­ter Ham­mer Glau­ben darf.  Die­se Besu­che­rin­nen und Besu­cher kom­men wegen des Flairs nach Din­kels­bühl — und nicht wegen ver­meint­li­cher „Schnäpp­chen“.  Die Kli­en­tel der Gäs­te wird sich ändern.  Es spricht nichts dafür, dass das zum Erhalt des Stadt­kerns bei­tra­gen wird, der dann nur noch eine Funk­ti­on als hüb­sche Kulis­se für die belang­lo­se Mar­ken­ge­schäf­te sein wird.

Wir unter­stüt­zen die Initia­ti­ve von Pro­Alt­stadt Din­kels­bühl e.V. und for­dern den Din­kels­büh­ler Stadt­rat auf, das Pro­jekt zu been­den. Din­kels­bühl hat etwas Bes­se­res ver­dient.


Unter­stüt­zen Sie die Peti­ti­on gegen das Out­let in Din­kels­bühls his­to­ri­scher Alt­stadt und unter­zeich­nen Sie online bei →change.org.

Frank Jer­mann